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SICKO

In The Alternate Timeline

1995 schrieb ich in Ox #21: „SICKO spielen exzellenten Pünkröck mit lotsa Herz und damit Lalala-Ohoho. Wenn ich jetzt noch verrate, dass Kurt „Fastbacks“ Bloch an den Regeln saß, müsste klar sein, was für ein begnadeter Zuckerbäcker hier am Werk war.“ Und fünf Jahre später vermeldete ich in Ox #40: „Seit zwei Jahren sind SICKO Geschichte, in den sieben Jahren davor jedoch veröffentlichte die Band aus Seattle diverse Alben und Singles unter anderem auf Empty USA und auf Munster.“ Nun, mittlerweile sind SICKO wieder aktiv, fünf Konzerte sind für 2019 auf ihrem Facebook-Profil verzeichnet, bislang nur an der US-Westküste, und Anlass selbiger ist unter anderem diese 19 Songs umfassende Werkschau, für die sie sich bei ihren Singles und Alben bedienten.

Neue Songs? Hier nicht, aber wer Konzerte spielt ... Im Booklet gibt es Fotos, eine Diskografie und wortreiche Würdigungen der Band seitens damaliger Wegbegleiter und späterer, neuer Freunde – etwa von Blake (Empty Records), Kurt Bloch, Toby Jeg (auf dessen Label das hier erschienen ist), Dr.

Frank von MR. T EXPERIENCE und vielen anderen. Eine schöne Zusammenstellung für Menschen, die ihre alten SICKO-CDs längst verkauft haben (und das bereuen), die zu spät geboren wurden, um die Band seinerzeit miterlebt zu haben – und all jene, die richtigen Pop-Punk mögen und darunter nicht die Plastikscheiße verstehen, die seit zehn Jahren fälschlich unter diesem Label verkauft wird.

Verblüffend, wie gut diese simplen, melancholischen Songs gealtert sind.