
Vier Jahre nach der letzten LP kommt hier nun der Nachfolger. Die Band hat offenbar durch einen Todesfall ein Bandmitglied verloren und kommt trotziger, härter und nochmal einen Tick irrer zurück. Elektropunk mit einer kleinen Egg-Punk-Ecke, bei dem die irrsten DEVO-Momente nicht ausreichen, um den Sound zu beschreiben, der nach Bands wie den SCREAMERS (in einem richtigen Studio!), NERVOUS GENDER und jüngeren Vertretern mit dieser gewissen Portion Wahnsinn im Hinterkopf schreit. Ich höre da auch noch eine Menge an Horror-Soundtracks heraus, bei denen die Zombies allesamt schnell sind, denn hier läuft alles auf 45 rpm. „Diamond and arms“ ist der perfekte Anspielsong und ein verdammter Elektropunk-Hit, der so problemlos auch in den 1980ern geboren worden sein könnte, nur hätte er dann natürlich nicht so messerscharf geklungen. Erfrischend anders als die meisten Vertreter des Genres, die sich über eine komplette LP-Länge nicht aus dem Midtempo-Bereich herauswagen und eher brav und bieder wirken. Hier gibt es die volle Bandbreite. Wenn sie erst einmal Gas geben, bleibt kein Stein auf dem anderen. Erneut sehr, sehr cool, nur etwas kurz geraten.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #150 Juni/Juli 2020 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #161 April/Mai 2022 und Kalle Stille
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Kalle Stille