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JOE MEEK - Ein Portrait

Jan Reetze

Bislang wurde wenig publiziert über Joe Meek (1929-1967), den Klangforscher und Pop-Produzenten, der mit unkonventionellen Produktionsansätzen wie aus Versehen Welthits schuf. Jan Reetze hat nun die erste deutschsprachige Biografie verfasst, öffnet damit den Zugang zu einer Ära, die in der Geschichtsschreibung des Pop oft überblättert wird. Reetze erzählt die Lebensgeschichte von Joe Meek auch als akustisches Zeitdokument – detailliert, kenntnisreich, immer mit dem Ohr an der Tonbandmaschine. Dabei folgt er nicht stur dem Lauf der Dinge, sondern gliedert seine Betrachtung nach Themenschwerpunkten. Und als „Mythbuster“ räumt er mit einigen verbreiteten Märchen über Meeks bewegte Vita auf. Joe war ein Besessener des Klangs, ein Tüftler mit Schraubenzieher und Vision, Reetze geht mit gelegentlich süffisanten Tonfall auf schrullige Abseitigkeiten und schräge Details ein. Doch er verschweigt nicht die Abgründe: Meeks Leben war geprägt von gesellschaftlicher Ächtung, Tablettensucht und wachsendem psychischen Druck. Seine Homosexualität musste er verbergen, seine Kreativität wurde Rückzugsraum und Gefängnis zugleich. Dass er seinem Leben mit einer Schrotflinte ein Ende setzte, passt ins Bild. Das Buch balanciert zwischen Technikgeschichte und Psychogramm, erklärt, wie Meek den Pop seiner Zeit um Lichtjahre erweiterte. Gleichzeitig zeigt Reetze den Menschen hinter dem Mythos: verletzlich, manisch, getrieben von einer Idee, die größer war als er selbst. Am Ende steht kein Denkmal, sondern ein Echo. Das Buch wird durch einen umfangreichen diskografischen Anhang, Bildmaterial und (starke Idee!) durch mittels QR-Codes verlinkte YouTube-Clips erweitert.

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