JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG

Bei der Single-Auskopplung „One“ (das erste Musikvideo von METALLICA überhaupt) vom Album „...And Justice For All“ aus dem Jahr 1988 war mir bisher immer die Verbindung zu Dalton Trumbos Film „Johnny zieht in den Krieg“ entgangen, aus dem zahlreiche Szenen in das Video integriert wurden. Denn Trumbos Film (bereits 1939 hatte er die autobiografisch gefärbte Romanvorlage geschrieben) war die Inspirationsquelle für den Text von „One“, in dem es um den Soldaten Joe Bonham geht, der im Ersten Weltkrieg Arme, Beine, Sehkraft, Gehör und seine Stimme verliert, dadurch in seinem eigenen Körper gefangen und von der Außenwelt abgeschnitten ist. Schließlich gelingt es ihm, den Ärzten mit Hilfe von Morsezeichen mitzuteilen, dass er sterben möchte. METALLICA bescherten Trumbos eigenwilligem Antikriegsfilm, die einzige Regiearbeit des bekannten Drehbuchautors (1943 trat er der Kommunistischen Partei bei und landete in Folge auf Hollywoods schwarzer Liste), der 1973 an der Filmadaption von „Papillon“ beteiligt war, dadurch verspäteten Kultstatus – auf DVD erschien er in den USA aber erst 2009. Hierzulande lief er 1973 im Fernsehen und wurde auch auf Video und DVD veröffentlicht, jetzt gefolgt von einer Blu-ray (und neuer DVD), auf der die bereits bekannte Doku „Dalton Trumbo: Rebell in Hollywood“ enthalten ist, hinzu kamen ein Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, ein Interview mit Hauptdarsteller Timothy Bottoms und eine Radioadaptation des Romans von 1940 mit James Cagney. Der grundsätzlich immer noch recht verstörende Film, der in Teilen aber auch recht sentimental wirkt, verbindet dabei auf interessante Weise Joes Realität im Krankenhaus (in Schwarzweiß) mit farbigen Szenen, die dessen Erinnerungen (Kriegsszenen gibt es kaum) und Träume darstellen sollen, in denen sein toter Vater (Jason Robards) und Jesus Christus (Donald Sutherland) auftauchen.

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