
Und dann war es auf einmal da, das neue Album von KACKSCHLACHT. Keine Ankündigungen einer Ankündigung, keine Promotion und immer noch keine Booking-Agentur. Ist das kindisch, ist das naiv, ist das DIY oder sind das einfach viel zu viele Fragen? Sicherlich letzteres. Eine Frage bleibt aber: Sind KACKSCHLACHT etwa erwachsen geworden? Steile These, daher zunächst zu den Konstanten: Klar, Arbeit ist immer noch scheiße, das Leben immer noch unfair und KACKSCHLACHT sind weiterhin zu zweit, das Cover ist gewohnt schwarzweiß und die Songs kaum länger als anderthalb Minuten. Und dann springt da dieser neue Sound ins Ohr: Eine Stimme, wie wenn der Plattenspieler einen halben Knoten zu langsam eingestellt ist, ein Schlagzeug, von dem mehr als die Snare zu hören ist, und eine gestimmte (!) Gitarre. Ungewohnt, aber schlichtweg schön, weil die wertvollen Lyrics besser durchkommen als je zuvor. Und die haben es in sich: In 14 Songs in rund 20 Minuten geht es nicht nur mit dem beleidigten Kopf durch die Rigips-Wand, sondern erfrischend bis ernüchternd selbstreflektiert durch aktuelle und „traditionelle“ Krisen wie Kriege, Flucht und eine Pandemie, Vorgärten, Miethaie und das Patriarchat. „2025“ klingt, als würden KACKSCHLACHT die 12“ ausfüllen wollen und sich die Zeit dafür nehmen. Auf den 7“s ist da mehr Tempo, mehr Wut drin. Und das meine ich völlig wertfrei.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Fabi Schulenkorf