
Die italienische Oper war geprägt von Guiseppe Verdi mit Werken wie „Aida“, „Don Carlos“ und „Otello“. CASSANDRA COMPLEX um Rodney Orpheus („Moscow Idaho“) waren eine der aufregendsten Electro-Goth-Bands der 1980er Jahre. Wie also eine Brücke schlagen? 1987 wurden FREUNDE DER ITALIENISCHEN OPER von Sänger Ray van Zeschau in Dresden gegründet, der sich früher als Hommage an seinen Stiefvater Wolfgang Hänsch (1929-2013), der der Architekt des Wiederaufbaus der Semperoper war, den Künstlernamen R.J.K.K. Hänsch gab. Die Band steht dem Sound der „anderen Bands“ aus der DDR, wie beispielsweise PANKOW, FEELING B, SANDOW und DIE SKEPTIKER, durchaus nahe. Zu Beginn und vermutlich noch heute bedeutet das eine Gemengelage aus Post-Punk, Goth Einflüssen und einer Art „theatralischem Revue-Rock“, wie in den ersten Tagen von Falco, als dieser in den 1970er Jahren in Wien der politischen Anarcho-Band DRAHDIWABERL angehörte, ein böser Samen des damaligen Wiener Aktionismus. Vielleicht sind FREUNDE DER ITALIENISCHEN OPER auch die TUBES des Ost-Rock und sollten „White punks on dope“ covern. Beide Bands verbindet die Theatralik, aber mit Druck. Der Song „Delyo haydutin“, ursprünglich ein bulgarisches Volkslied, Ray van Zeschau wurde in Sofia geboren, weckt Assoziationen an „Führe meine Hand“ von SCHOCK vom Album „Erwacht“ (2001). „Kassandras Komplex“ birgt dunkles Drama mit anachronistischen Befindlichkeiten, eben wie bei „Don Carlos“.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Markus Kolodziej
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #142 Februar/März 2019 und Kay Werner