
Fieldmusic, endlose Trips – allerlei entspannte Zutaten haben die beiden Komponisten und Instrumentalisten von YNNER SPEAKER für ihren Longplayer „Keine Distanz“ zusammengetragen und laden mit einer Kanne Tee oder Kaffee dazu ein, vorwiegend relaxt zurückgelehnt dem musikalischen Kuriosum zu lauschen. Nennt es Post-Rock, New Age oder Ambient, ihr beißt euch die Zähne daran aus zu versuchen, ihren gespenstisch daherhuschenden Sound zu kategorisieren. Deepe Bässe werden kontrastiert von Einschüben auf der Akustikgitarre, die Stimmen fungieren eher als Bemalung für die im aufwändigen, mit Naturfotos verzierten Booklet abgedruckten Eindrücke, als dass sie tonangebend wirkend möchten. Klickende und tuckernde Geräusche finden ebenso Verwendung wie Hallo sagende. Minimal schräg angelegte Spitzen fahren in Zeitlupe an dem dreifachen Chor vorbei, bei dem die beiden Musiker von Gastsängerin Juliane begleitet werden. Im Gegensatz zu dem hier angegebenen Handbremsen-Tempo bekommen wir auf im Coverartwork im Vorbeifahren eingefangene Grünflächen zu sehen. Und das durchaus bekannte Gimmick, das U im Bandnamen durch ein V zu ersetzen, erhält eine abgewandelte Neuauflage, da hier das Y das I ersetzt. Eine sehr abwechslungsreiche Landschaft der Klänge, die in der Tonmeisterei Oldenburg sehr räumlich umgesetzt wurde. Willkommen zum Ausflug durch die „Distanzen“ der Musiker.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Nico Pfüller