Vor zwei Jahren erschien bei Filmjuwelen die sehr schöne „King Kong – Das achte Weltwunder Special Edition“ mit einer Komplettfassung von „King Kong“, Merian C. Coopers und Ernest B. Schoedsacks Monster-Klassiker aus dem Jahr 1933. Dort konnte man auch das erste Mal auf einer deutschen Veröffentlichung eine verschollene Szene begutachten, die Peter Jackson, bekanntlich ein großer Fan des Films (sein Remake gefällt mir dennoch nicht), anhand von Fotos und Skizzen mit alten Tricktechniken nachstellte. Ebenfalls enthalten waren die beiden deutlich schwächeren Fortsetzungen „King Kongs Sohn“ von 1933 und „Panik um King Kong“ von 1949 von Cooper und Schoedsack. Jetzt wurde „King Kongs Sohn“ („Son of Kong“) auch noch mal separat auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, das erste Mal deutsch synchronisiert, denn bisher gab es nur Fassungen im Original mit Untertiteln. Da ich kein großer Freund von neuzeitlichen Synchronisationen von über 90 Jahre alten Filmen bin, brauche ich das nicht unbedingt, und wer die „Das achte Weltwunder“-Edition schon besitzt, findet hier keine weiteren Kaufanreize. Im Vergleich zu „King Kong“ wirkt der 70-minütige „Son of Kong“ auch wie ein ziemlich alberner Schnellschuss, , zumal „Son of Kong“ mehr auf Humor als wirklichen Monster-Horror setzt. Darin macht sich Regisseur Carl Denham, der im ersten Film den Riesenaffen nach New York gebracht hatte, bekanntermaßen mit katastrophalen Folgen, von Schadensersatzforderungen geplagt wird, noch mal zu Kongs Heimat Skull Island auf. Dort trifft er auf einen Mini-Kong, der schließlich (Spoileralarm) sogar das Leben für den Mann opfert, der seinen Vater auf dem Gewissen hat. Einem heutigen Publikum erscheinen sicher schon die eigentlich exzellenten Stop-Motion-Trickaufnahmen des Originals von Willis O’Brien nicht mehr wirklich zeitgemäß, hier sieht alles deutlich unglaubwürdiger aus.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #176 Oktober/November 2024 und Thomas Kerpen