
Eins vorweg: Nicht überall, wo KINSELLA draufsteht, steckt auch Emo drin! Tim Kinsella und Jenny Pulse liefern ein Stück Kunst, das den Begriff „Album“ etwas dehnt. Irgendwo zwischen Soundcollage, Field-Recording und ambienten Groove flirren hier eher Fragmente durch den Raum. „Open Ing Night“ erinnert eher an eine Klanginstallation und Performance, als an ein nachvollziehbares Stück Musik. Aber gerade das ist spannend – und für meine durch Popstrukturen verklebten Ohren eher anstrengend. Was mir hier fehlt, ist gerade diese Eingängigkeit, die mir helfend die Hand geben möchte, und die mir zeigt, wo das hier alles hingehen soll. Es bleibt die Stimmung statt einer Hook. Das hier ist ein dokumentarischer Klangkörper ohne eine wirkliche Form. Wer Kinsellas frühe Intensität mit Stoff sucht, wird wahrscheinlich einen Körper ohne Herzschlag finden.