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KNOCHENFABRIK

Musikalische Früherziehung

Sie steigern sich: Vergingen von „Cooler Parkplatz“ (1998) bis „Grüne Haare 2.0“ (2011) nur 13 Jahre, liegen zwischen dieser bis dato letzten Veröffentlichung und „Musikalische Früherziehung“ nur elf Jahre. Dem Kultfaktor von KNOCHENFABRIK war die Wartezeit auf neue Konservenmusik nicht abträglich (eher schon ein saudummer Spruch auf der Bühne Ende April 2022, für den sich die Band dann entschuldigte), und nun hauen Claus, Achim und Hasan in elf Minuten acht Songs raus – keine epischen Nummern also, sondern die gewohnten, geschätzten Miniaturen mit Texten in der Knackigkeit eines Bukowski-Gedichts. „Alle sind Punk“ hat schon jetzt das Zeug zum neuen Klassiker, mit ironischem Zwinkersmiley. Auch gut: „Erwachsenengefährdende Kinderhörspiele“ sowie die Hymne für Steuerpflichtige (Punk 2022!), „Steuererklärung“. Die Musik rumpelt so absichtsvoll schwerfällig wie eh und je, dafür hat der Gesang fast schon BEACH BOYS-Qualitäten – so hymnisch, so überschwänglich! Ja, das taugt für „Musikalische Früherziehung“, mehr jedenfalls als der Scheiß mit Glockenspiel, Triangel und Blockflöte, den ich mitmachen musste. Ach ja, live beim Ruhrpott Rodeo hat mir Achims Ableger DETLEF trotzdem besser gefallen als KNOCHENFABRIK.