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SEBASTIAN KRUMBIEGEL

Kompass

Ja, der Sänger von DIE PRINZEN ist schon ein bedeutender Künstler. Auch wenn mir seine Stimme längst nicht mehr so glockenrein und hoch vorkommt wie vor 30 Jahren, sondern eher tief und etwass weniger prägnant. Doch seine Ideen und Texte zum Leben der Menschheit haben nichts von ihrer hohen Qualität eingebüßt. Punk ist das von der musikalischen Stilrichtung her nicht, aber daran hat er sicher sowieso nicht gedacht. Da muss ich unweigerlich an die Kündigung von DIE ÄRZTE für ihren einstigen Fanclub-Chef denken, weil dieser im Heft tatsächlich DIE PRINZEN prominent vorgestellt hatte, worüber die Berliner „not amused“ waren, da sie nicht riskieren wollten, mit derartigen Tönen in Verbindung gebracht zu werden. Doch zu „Kompass“: „Halleluja“ eröffnet mit einer persönlichen Rückschau auf Krumbiegels bewegtes Leben, während „Asoziale Leute“ genau in die Richtung zieht, die mir zum Beispiel bei Deutschpunk Combos häufig fehlt, das Hinweisen auf veränderbares Fehlverhalten nämlich! Dorothee Schüler spielte die Drums auf der Scheibe, während Gunther Buskies für Gitarren, Bass, Keyboard und Banjo verantwortlich war. Auch wenn hier und da gilt: „Reim dich oder ich fress dich“, können sich das durchaus auch Punks anhören, Krumbiegel versteht es, das Damals mit dem Heute aufzuzeigen, und trifft immer den richtigen Nerv. Prima!

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