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KRACH - Verzerrte Erinnerungen

Alexander Hacke

Wer sich für bestimmte Frühformen experimenteller Noise-Musik interessiert, kommt nicht an den 1980 in Westberlin gegründeten EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN vorbei, denen Alexander Hacke von 1981 bis 2025 angehörte. Mit dem Ausstieg von FM Einheit und Mark Chung Mitte der 1990er setzte bei den Neubauten aber eine seltsame Feuilletonisierung ein, die diese radikalen Krach-Pioniere immer uninteressanter wirken ließ, bis hin zu einer Baumarkt-Werbekampagne 2004 mit Neubauten-Frontmann Blixa Bargeld. Hacke hatte schon früh versucht, sich auch abseits der Formation als eigenständiger Künstler zu etablieren, mit den üblichen Höhen und Tiefen, die reichlich Stoff lieferten für seine ursprünglich 2015 erschienene Autobiografie „Krach“. Die wurde nun beim Ventil Verlag als überarbeitete und erweiterte Neuauflage veröffentlicht, womit auch die letzten zehn Jahre abgedeckt werden. Ein generelles Problem von Autobiografien dieser Art ist, dass die Spannungskurve mit dem Grad der Etabliertheit von Künstler:innen (die Hacke inzwischen in unterschiedlichen Bereichen erlangt hat) und der persönlichen Zufriedenheit (mit Danielle de Picciotto führt er schon seit längerem eine auch in kreativer Hinsicht befriedigende Beziehung) deutlich absinkt. Bis dahin bietet die facettenreiche und wechselhafte Karriere dieses musikalischen Weltreisenden aber zahllose spannende Anekdoten, bei denen Hacke, der schon seit dem 13. Lebensjahr „Krach“ macht, mit einer beeindruckenden Anzahl schillernder Figuren des alternativen Kulturbetriebs zusammentraf, und wo auch seine Liaison mit Christiane F. („Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) Anfang der 1980er thematisiert wird.

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