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KRAUTFUZZ

Live At The Church (Feat. J Mascis

KRAUTFUZZ als Bandname ist schon mal eine deutliche Ansage – wie die wohl klingen werden? Dahinter steckt maßgeblich Dirk Dresselhaus, den ich als Mitglied von LOCUST FUDGE und den HIP YOUNG THINGS immer sehr geschätzt habe, weniger warm wurde ich danach mit seinen Aktivitäten in der Berliner Elektro-Szene als Schneider TM. Insofern freue ich mich immer, wenn Dresselhaus mal wieder zur Gitarre greift (wie 2018 bei der Kurz-Reunion von LOCUST FUDGE) und das tut er bei KRAUTFUZZ ausgiebig, unterstützt von Schlagzeugerin Imari Kokubo und dem Kanadier Derek Shirley, der eher aus der Jazz-Ecke kommt. Mit Krautrock hat Dresselhaus schon seine Erfahrungen gemacht durch die Zusammenarbeit mit Günter Schickert und dem 2024 verstorbenen ehemaligen CAN-Sänger Damo Suzuki. Von KRAUTFUZZ gab es bisher einige Digital Releases und 2024 die auch auf Audiokassette veröffentliche Live-Aufnahme „Live At Urban Spree“. Bei dem aktuellen Album, das auf CD und LP erhältlich ist, handelt es sich ebenfalls um eine Live-Aufnahme, 2024 mitgeschnitten in der Berliner Genezarethkirche, eben „Live At The Church“. Beim 40-minütigen zweiten Teil des Auftritts stand auch J Mascis auf der Bühne, mit dem sich Dresselhaus ein ausgiebiges Gitarrenduell lieferte. So wird einem hier eine orgiastische improvisierte Lärmorgie geliefert, aber im Gegensatz etwa zu Lou Reeds unhörbarem Album „Metal Machine Music“ gibt es hier nachvollziehbare Strukturen und vor allem eine interessante psychedelische Komponente, die einen wirklich in den exzessiven Sound hineinzieht. Musik als sich ständig verändernder, quasi lebendiger Organismus, Transzendenz durch Lärm – das kann man sich sogar mehr als einmal anhören.

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