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KRIMI - Die Geschichte hinter Fritz Langs M – eine Stadt sucht einen Mörder

Thibault Vermot, Alex W. Inker

Wer sich von Thibault Vermots „Krimi“ eine historisch korrekte Darstellung der Entstehungsgeschichte von Fritz Langs Film „M“ erhofft, wird enttäuscht sein. Zwar gibt es auch verbürgte Ereignisse, manches gründet sich lediglich auf Gerüchte, einiges hat Szenarist Vermot („Colorado Train“) stark abgewandelt oder aus dramaturgischen Gründen hinzugedichtet. Beispielsweise wird aus dem Mitbegründer der deutschen Kriminologie Ernst Gennat die Figur Karl Lohmann. Die eigentlich auf mehreren, teilweise auch schon länger zurückliegenden Kriminalfällen wie Karl Denke, Carl Großmann und Fritz Haarmann basierende Handlung des Films wird auf den drei Wochen nach der Filmpremiere hingerichtete Serienmörder Peter Kürten heruntergebrochen. Co-Szenarist und Zeichner Alex W. Inker übersetzt das in einen filmisch inszenierten Noir-Stil mit weicher Graustufen-Kolorierung, die passagenweise von scherenschnittartigen Darstellungen der realen Mordfälle und mit vorausweisenden Bildsymbolen versehenen weißen Zwischentiteln in Frankfurter Fraktur auf schwarzem Grund durchbrochen wird. Auch wechselt der Panelhintergrund regelmäßig zwischen Weiß und Schwarz. Neben dem Film „M“ findet auch der Mythos Fritz Lang in all seinen ungeklärten Facetten Eingang in diese mit Anspielungen auf diverse Kunstströmungen der 1920er gespickte Graphic Novel. Hat er seine Frau getötet? War er tatsächlich auf einem Auge blind? Wie tief war er in die mafiösen Strukturen der Berliner Ringvereine verstrickt? Zwar wird hier nichts wirklich endgültig geklärt, eine sehens- und lesenswerte Lektüre ist es aber auf jeden Fall.

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