KUNG FU HUSTLE

Nach 156 Jahren britischer Kolonialherrschaft übernahm die Volksrepublik China 1997 wieder die Kontrolle über Hongkong, was der Kronkolonie weder politisch noch kulturell wirklich gut tat. Bis dahin war Hongkong eine echte Filmmetropole, ebenfalls geschätzt bei Filmfans in Amerika und Europa, die sich zusehends sattgesehen hatten am heimischen Programm, was auch Regisseuren wie John Woo und Darstellern wie Chow Yun-Fat die Türen in Hollywood öffnete. Bis in die 1990er Jahre war Hongkong in filmischer Hinsicht eine echte Wundertüte, denn bei den kostengünstig produzierten Filmen gab es einen regelrechten Genre-Clash, die auf für westliche Gemüter sehr gewöhnungsbedürftige Art derbe Gewaltszenen, alberne Komik und schmerzhafte Sentimentalitäten vermischten. Das gilt auch für die Filme des als Darsteller seit Anfang der 1980er Jahre aktiven Stephen Chow, bekannt vor allem für actionreiche Produktionen mit überdrehter Situationskomik wie „Fight Back to School“ von 1991, eine der erfolgreichsten Hongkong-Produktionen aller Zeiten, die nie in Deutschland veröffentlicht wurde, ebensowenig wie beiden Fortsetzungen. Der von Chow inszenierte „Kung Fu Hustle“ lief hierzulande sogar im Kino und wurde schon einige Male auf DVD und Blu-ray veröffentlicht – kürzlich gab es eine Blu-ray-Neuauflage im Steelbook. „Kung Fu Hustle“ ist eines der späten Highlights des Hongkong-Kinos, eine vor allem von wilder Situationskomik in Tex Avery-Cartoon-Nähe dominierte Martial-Arts-Film-Parodie, in der die Bewohner eines heruntergekommenen Viertels namens Pigsty Alley („Residenz Schweinestall“) im Shanghai der 1940er Jahre von den Mitglieder der Axt-Gang terrorisiert werden. Das gipfelt in in einem völlig irren finalen Duell zwischen gleich mehreren schrägen Kung-Fu-Meistern, choreographiert von der Kampfkunst-Legende Yuen Woo-ping.

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