
Bei dieser Band aus Bamberg gewinnt ja schon der Titel: „Kunst und Haltung“ sind Dinge, die diese Welt heutzutage dringender denn je benötigt. Und es sind Dinge, die viele Künstlerinnen und Künstler allzu oft eben nicht gemeinsam an den Tag legen – weil sie die Kunst unbedingt von (politischer und gesellschaftlicher) Haltung trennen wollen und damit etwas trennen, was nicht zu trennen ist. DIE UMVERTEILER wissen es natürlich besser. Zumindest ist das dem Titel zu entnehmen. Denn in den Songs geht es weniger um Politik als um das, was einem das Leben so an vor allem düsteren Momenten im Privaten und Persönlichen beschert. Anders gesagt: „Kunst und Haltung“ ist ein maximal introspektives Album. Gewandet in großartigen reinen, melodischen Punk ohne Schnickschnack. Und mit genialen Texten zwischen Depression und Sarkasmus: „Ich höre nur noch DREAM THEATRE, DIRE STRAITS und Prog-Rock / Während ich mit schmerzverzerrten Augen auf ’nem Stock hock / Du bist nicht mehr da und ich frage mich: Wie soll das geh’n? / Das Leben muss man vorwärts leben – aber rückwärts verstehen“ Wunderschön ist das. Und ich hätte in Zukunft sehr gerne mehr davon. Ebenso gerne auch, so wie dieses Mal, auf dickem schwarzen Vinyl und mit klugen Linernotes zu jedem einzelnen Song im Innern des Klappcovers.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Frank Weiffen