
Erst kürzlich war bei Lighthouse auf DVD und Blu-ray „Hundreds of Beavers“ erschienen, der zweite, 2022 entstandene Film von Mike Cheslik und Ryland Tews, die damit unter Beweis stellten, was man beeinflusst von Monty Python, den Komikern der Stummfilmzeit und den Filmen Guy Maddins mit nur 150.000 Dollar, Adobe After Effects und billigen Tierkostümen alles bewerkstelligen kann. Trotz beschränkter Produktionsmittel gab es in letzter Zeit keinen vergleichbaren Film, der dermaßen vor Originalität, visuellem Einfallsreichtum und schrägem Witz sprühte, eine schwer in Worte zu fassende Abfolge verrückter Ereignisse, in dessen Mittelpunkt der skurrile Rachefeldzug eines Applejack-Brenners steht, der seine Plantage durch eine Biberplage verloren hatte. Jetzt folgte auch das Erstlingswerk „Lake Michigan Monster“ von Cheslik und Tews auf DVD und Blu-ray. War bei „Hundreds of Beavers“ keine Synchronisation nötig, da es keine verständlichen Dialoge gab, beschränkte man sich bei „Lake Michigan Monster“ auf deutsche Untertitel, wodurch der Sprachwitz der Originalfassung erhalten blieb. Für die 78 Minuten von „Lake Michigan Monster“, eine Schwarzweiß-Hommage an die B-Horrorfilme der 1950er und 1960er Jahre, benötigten Cheslik und Tews sogar nur lächerliche 7.000 Dollar. Natürlich sieht man das geringe Budget durchaus, was man aber durch den grobkörnigen Look und allerlei visuelle Spielereien gut kaschieren konnte. „Lake Michigan Monster“ ist aber nicht nur ein perfektes Lehrstück, wie man mit Mikro-Budget einen Film hinbekommt, sondern dabei kaum auch eine wirklich witzige Creature Feature-Parodie mit Lovecraft-Anklängen heraus, in der ein exzentrischer Kapitän den Tod seines Vaters rächen will, für den ein Seeungeheuer verantwortlich ist, und dafür ein skurriles Team vermeintlicher Spezialisten zusammenstellt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Thomas Kerpen