Foto

LAST LEAF DOWN

Weight Of Silence

Man ist fast schon kurz überrascht, als der Gesang einsetzt. Wenn „Weight Of Silence“ beginnt, erwartet man zunächst eine instrumentale Post-Rock- und Shoegaze-Platte. Ob das nun mit den eigenen Hörgewohnheiten oder einem Vorurteil dem Genre gegenüber zusammenhängt, lassen wir an der Stelle erst mal offen. Die Schweizer mit dem herbstlichen Namen weben ihren Klangteppich so, als würden sie gar keinen Gesang brauchen, und so irritiert dieser zunächst ein wenig, fügt sich dann aber gut ins Gesamtbild ein. In einem Genre, in dem es nicht selten darum geht, die Hörenden in andere Welten zu entführen, ist dies eine willkommene Abwechslung und man lässt sich gerne an die Hand nehmen und durch die Soundlandschaften führen. Auch dass die Songs im Schnitt zwischen drei und vier Minuten dauern, was fast schon unverschämt kurz ist, zeigt, dass LAST LEAF DOWN einen anderen Ansatz verfolgen als viele andere Genrevertreter. So geht „Weight Of Silence“ seinen eigenen Weg und kann dadurch überzeugen. Allein das Timing, auch wenn dies wieder eine sehr persönliche Wahrnehmung ist, könnte ein anderes sein, denn alles an diesem Album fühlt sich nach Herbst an. Vielleicht werde ich es in einem halben Jahr noch einmal aus dem Regal holen.

Anzeige