
LES LULLIES haben sich schon längst einen Ruf erspielt als Live-Combo, die verbrannte Erde hinterlässt. „Une Nuit À Leipzig“ zeigt eindrucksvoll warum: Diese Live-Platte ist kein liebloser Mitschnitt, sondern ein Dokument kontrollierten Wahnsinns – roh, treibend, voller Hooks und Energie. 14 Songs in knapp 30 Minuten – kein Leerlauf, kein Gelaber, nur purer 77er-Rock’n’Roll mit französischem Zungenschlag. „Mauvaise foi“ oder „Dernier soir“ klingen live noch dringlicher, rotziger, gefährlicher als auf Platte. Die Einflüsse sind klar: SAINTS, KIDS, HEARTBREAKERS, ergänzt durch französischen Proto-Punk à la DOGS oder STARSHOOTER. LES LULLIES liefern das mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte es nie etwas anderes gegeben. Die Aufnahme ist direkt, laut, dreckig – und transportiert stickige Clubluft, Bierdunst und Adrenalin mit jeder Note. „Une Nuit À Leipzig“ ist eine Verneigung vor dem Rock’n’Roll – und gleichzeitig eine Kampfansage: So hat Live-Musik zu klingen. Kein Fake, kein Filter, die LULLIES brennen hier förmlich. Und da der Mitschnitt direkt aus dem Mischpult ohne jederlei Oberdubs derart zündet, darf die Scheibe in einer Ahnengalerie mit „Kick Out The Jams“ der MC5 und vielleicht auch „It’s Alive“ der RAMONES stehen.
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