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LEVIN GOES LIGHTLY

Numb

Krone geradegerückt, kurz durchgeatmet und eine Platte abgeliefert, die dem Unbill mit dem ehemaligen „Manager“ elf Mittelfinger unter die Nase hält. Wer die Band auf der Tour zur aktuellen Platte erlebt hat, weiß genau, welche Kraft in den Songs steckt. Tanzbarer, einen Tick deeper und tighter als die Vorgänger, ein wenig entrückt und melancholisch, aber eben nie klischeehaft oder cheesy. Die komplette Platte lässt sich selbst als Nichttänzer hervorragend mittanzen. Das Grundgerüst bilden dabei präzise gesetzte Beats, ein Bassteppich, gezielte Gitarrenparts und dieser Synthesizer, der immer wieder feine Akzente setzt. Gesungen wird diesmal auf Deutsch und Englisch, in manchen Songs gleich in beiden Sprachen. Auf „Numb“ kann man – wenn man will – frühe NEW ORDER ein um das andere Mal entdecken, viel Cold Wave und zarte 1980er-Referenzen, die zu keiner Sekunde retro klingen. Wer alle Textzitate richtig zuordnen kann, hat sich übrigens einen Nachtisch verdient oder einen Sekt. Auch nach dem zehnten Mal dringen auf einer guten Anlage neue Töne ans Tageslicht, kleine Melodien, die man vorher überhört oder einfach nur nicht wahrgenommen hat. Musikalisch ist „Numb“ die bisherige Krönung im halben Dutzend der Veröffentlichungen. Wer kann, sollte sich das unbedingt live ansehen, es ist großartig.

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