
So klingt es also, wenn sich ein wütender Sturm aus Melancholie und purer Energie, der irgendwo in Ravensburg und tief in der Tradition von MODERN LIFE IS WAR seinen Ursprung hat, entlädt. Auf ihrem selbstbetitelten Debüt machen LIFE AND STUFF ziemlich schnell deutlich, dass es ihnen nicht um glatte Oberflächen, sondern um rohe Intensität geht. Universelle Wut trifft auf persönliche Verzweiflung – und das in genau der kratzigen Produktion, die dafür vonnöten ist. Natürlich wird hier nicht der Hardcore neu erfunden – darum geht es LIFE AND STUFF auch überhaupt nicht. Hier steht offenbar viel mehr die emotionale und kathartische Erfahrung im Vordergrund, an der die Hörenden teilhaben dürfen. Dass dabei an manchen Stellen auch bestimmte Dinge auf Deutsch angesprochen werden müssen, wirkt am Ende nur logisch. Denn wenn ich jemandem sagen möchte, dass ich ihn anspucken will, dann muss das einfach auch mal genauso gesagt werden. Wirklich starker Einstand!
© by Fuze - Ausgabe #110 Februar/März 2025 und Christian Heinemann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Sebastian Wahle