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FOMIES

Liminality

Vevey am Genfer See liegt zwischen Montreux und Lausanne und stinkt so dermaßen vor Geld – die Nestlé-Zentrale ist da –, dass man sich fragt, wo da Platz ist für schmutzigen Rock’n’Roll. Die fünfköpfige Formation FOMIES kommt von da, sieht sich sowohl dem DIY-Gedanken wie dem Garage-Fuzz verpflichtet, und nennt als Hauptinspiration „obscure records badly recorded in weird places“. So richtig „weird“ finde ich Leysin, wo sich das Ritmo Studio befindet, zwar nicht, sondern eher ... kitschig: eine Schweizer Alm-Idylle mit Kühen, Grand Hotel und Bergbahn. FOMIES verlassen den geradlinigen Weg des simplen Garage-Rock, wie ihn der Berner Kollege Beat-Man für sein Voodoo Rhythm-Label bevorzugt, zwar immer wieder mal für latent proggige Fingerübungen, schweifen aber nie zu sehr ab. FOMIES wirken sehr wie Brüder im Geiste ihrer Landsleute THE SHATTERED MIND MACHINE, sind über die Distanz von zwölf Songs und über 50 Minuten also eher schwelgerische, auf sich dramatisch aufbauende Psych-Rock-Songs setzende Genrevertreter als minimalistische LoFi-Jünger. THE BLACK ANGELS haben hier ebenso Spuren hinterlassen wie SONIC YOUTH, und ich muss sagen, auf die ganze Distanz entwickelt sich hier eine erstaunliche Magie.

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