
„Im Schatten bewegt man sich viel besser“, lautet der Albumtitel von LOS IDIOTAS aus Valladolid, 200 km nördlich von Madrid. Ist das die spanische Entsprechung zu „Im Dunkeln ist gut munkeln“ ...? Gegründet haben sich LOS IDIOTAS schon 2001, als sich Ignacio Lissarrague (gt, voc) und Pelayo Antoraz (bs) in Amsterdam trafen und fortan zu zweit ihrer Leidenschaft für simplen, aggressiven Garage-Punk frönten, Bands wie THE SPITS und OBLIVIANS auf der Spur. Irgendwann kam dann noch Rubén Martínez (dr) dazu und zig Jahre und ein paar Platten später sind sie nun mit dem Album „En las sombras se mueven mucho mejor“ zurück. Und das ist ein nahezu perfektes Punkrock-Album: Es strotzt vor Angepisstheit, Wut und Aggression und hat dennoch eine gewisse leichte Lässigkeit – ein permanentes Ausspucken aus Angewidertheit vor der Spießigkeit der Welt. Das spiegeln auch die Texte wider, zur Hälfte auf Spanisch, zur Hälfte auf Englisch. „I don’t care“ bringt die Attitüde perfekt auf den Punkt, „Me vuelvo al pueblo“ ist der Song, mit dem man sich in allen umliegenden spanischen Städten unbeliebt macht, und „Mi Seat Ritmo“ ist eine seltsame Liebeserklärung an den spanischen Lizenzbau der gleichnamigen Rostlaube von Fiat. Wie dumm, dass ich LOS IDIOTAS all die Jahre nicht auf dem Schirm hatte, ihr neues Album macht rundum allergrößten Spaß – Punkrock wie eine kläffende Töle.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Joachim Hiller