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BUÑUEL

Mansuetude

Für Ox #170 hatten wir Eugene S. Robinson interviewt, der in den 1980ern zuerst als Frontmann von WHIPPING BOY auf den Plan trat, dann ab 1988 mit OXBOW, zusammen mit Niko Wenner, der zuvor auch schon bei WHIPPING BOY Gitarrist war. Parallel dazu existiert das Bandprojekt BUÑUEL, das 2016 mit „A Resting Place For Strangers“ sein Debüt veröffentlichte und 2018 „The Easy Way Out“ sowie 2022 „Killers Like Us“ folgen ließ. Die italienisch-amerikanische Noiserock-Band besteht aus Xabier Iriondo (gt, AFTERHOURS), Franz Valente (dr, IL TEATRO DEGLI ORRORI, ONE DIMENSIONAL MAN) und Andrea Lombardini (bs) sowie Eugene S. Robinson am Mikro. Seit Anfang Juli 2024 nun sind BUÑUEL die einzige Band von Robinson: Was genau geschehen ist, bleibt im Unklaren, aber damals verkündete Robinson seinen sofortigen Ausstieg bei OXBOW, die Europatour wurde abgebrochen und ein Vorfall in der „Crowd“ angeführt, an dem Niko Wenner beteiligt war. Hier herumzugeheimnissen wäre unredlich, aber eine über Jahrzehnte existierende Band dranzugeben, das wird nicht ohne triftigen Grund geschehen sein. Bleiben also BUÑUEL als kreatives Ventil für Robinson, und die haben mit „Mansuetude“ (das bedeutet „Nachsicht“) ein wuchtiges Noiserock-Monster von Album geschaffen, das trotz seiner zweigeteilten Produktion sehr organisch wirkt: Die Italiener nahmen ihren Part in Treviso auf, Robinson seinen Gesang später in San Francisco – wie in der Vergangenheit schon. Seine Texte sind so poetisch wie eh und je (siehe Booklet), BUÑUEL ein maximalst intensives, präzises Unterfangen, zeitlose Musik, mit Wurzeln im Noiserock der frühen 1990er, aber durch exakte Produktion noch beeindruckender als so manches, was damals eher garagig aufgenommen wurde. Auch das Maschinenhafte von FOETUS, der Industrial-Touch von SWANS hat Spuren hinterlassen, dazu auch mal Saxophon oder Cello als Akzente. Wieder ein Meisterwerk.

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