Foto

METALLICA

Jim McCarthy, Brian Williamson

Ja, auch METALLICA, die zweifellos größte, wenn auch sicher nicht beste Metalband des Planeten, ist unter dem Strich nichts anderes als eine Marke. Von daher verwundert es nicht, dass es mit „Nothing Else Matters – Die Graphic Novel“ nun eben auch einen Comic gibt, der die Geschichte von James Hetfield und Co. aufarbeitet. Zu sagen, dass es sich hier um eine Art Version des Buchs „Birth School Metallica Death“ von Paul Brannigan und Ian Winwood für eher lesefaule Mitmenschen handelt, ist sicher nicht so ganz abwegig. Trotzdem hat diese Graphic Novel zweifellos ihre Daseinsberechtigung, denn allein die Zeichnungen von Illustrator Brain Williamson sind eine absolute Augenweide. Die Geschichte der Band wurde mit einer unfassbar dichten Detailverliebtheit umgesetzt, die fast wie eine Fotogalerie wirkt. Nerds mögen jetzt mit dem Nörgeln anfangen, weil die Musiker hier schon in den Achtzigern ihre Signature-Instrumente um den Hals hängen haben, die allerdings teilweise erst in den späten Neunzigern beziehungsweise Nullern gebaut wurden, aber den meisten dürfte das leidlich egal sein. Denn der Kern der Sache, nämlich die an großen, teils schicksalhaften Ereignissen nicht gerade arme Geschichte von METALLICA, wurde hier sehr präzise und hinsichtlich der Fakten korrekt, wenn auch mitunter etwas schnell im Handlungsablauf, dargestellt. So dürfen nun auch Comicfans Zeuge werden, wie es Lars Ulrich als eigentlich völlig talentfreier Drummer schafft, seine Vision einer Band umzusetzen, wie diese zu einem Giganten der Metal-Welt wurde, wie an sich charismatische Musiker gnadenlos ausgetauscht wurden und schließlich sogar die Band fast daran zerbrach. Empfehlenswert!