
Miranda Zipse (voc, gt) und Dylan Fernandez (org) gründeten ihre Band 2018 in Brooklyn, NY. Damals waren laut Foto auf der 2020er 7“ noch fünf Leute in der Band, das titellose Debüt kam 2023 auf Ernest Jenning Record Co. und zeigt sie zu viert, und auf dem Cover ihres zweiten Albums sind sie nur noch zu dritt zu sehen, auch auf dem Backcover. Das Ganze läuft in der Rubrik „Garage/Soul Punk“, aber ich habe da immer wieder seltsame „Spellbound“-Momente, will heißen: Miranda geht in Siouxsie-Bereiche, auch gitarrenmäßig ist da bisweilen so ein gewisser flirrend-waviger Vibe. Und Patti Smith habe ich auch im Hinterkopf. Und ich muss an die COURETTES denken. Und THE DARTS, speziell weil Dylan Fernandez seine Farfisa sehr liebt. „In my life“ von der B-Seite ist eine dramatische Schmachtballade, bei der man meinen könnte, es sei eine jüngst ausgegrabene Phil Spector-Produktion. Nein, produziert hat das Ganze King Khan, dessen Tochter Saba Lou Khan in der Thankslist gegrüßt wird, wie auch Toody Cole. Mir gefällt die hallige Produktion des Gesangs, die bisweilen fast schon new-wavig-zackige Umsetzung der Songs, siehe „Manipulate me“, die was von THE BRIEFS hat – und auch das psychedelische, mäandernde, heavy „The secrets“ als Rausschmeißer. Die zwölf Songs auf „Can’t Take It“ sind erfreulich divers, die Band ist sehr variabel, in verschiedenen Genres zu Hause, ohne mit der Originalitätshuberei so mancher alter Herren aus dem Garage-Lager zu langweilen. Himmelblaues Vinyl.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Joachim Hiller