
In insgesamt acht Episoden beleuchtet Daniel Clowes („Ghost World“, „Eightball“) in „Monica“ fragmentarisch einige hippieske Außenränder der Vereinigten Staaten ab den 1960ern – und wirkt dabei an der einen oder anderen Stelle seltsam aktuell. Die einzelnen Teile, die durchaus als in sich geschlossene Einheiten gelesen werden könnten, funktionieren auch im Gesamtgefüge des Bandes tadellos. Denn Clowes hat hier nicht nur persönlich mit seiner chaotisch egozentrischen Elterngeneration abgerechnet, sondern dabei auch gezielt Genregrenzen gesprengt, indem er die einzelnen Abschnitte mal als Thriller, mal als Horror und Mystery, mal eher gesellschaftskritisch bis biografisch konzipiert, lose zusammengehalten von der Lebensgeschichte einer Frau namens Monica. Hier ist von Drogenexzessen oder in abstrusen Verschwörungsmythen schwelgenden Sekten bis hin zu längeren Selbstisolationsphasen und Szenen im Schützengraben alles dabei. Zeichnerisch passt die für Clowes typische Mischung aus psychedelisch bunten bis trashigen Bildchen im aufgeräumten 1960er-Billocomic-Stil dabei wirklich perfekt zum Inhalt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Anke Kalau