
Das Quartett NEW CANDYS aus Venedig positioniert sich auf seinem fünften Album gekonnt mit einer brodelnden Melange aus Neo-Psych, Shoegaze, C86-Sounds, Fuzz-Gitarren, Spacerock, Sonic Drone, Sixties-Garage und melodischen Verzerrungen. Man mag ihnen eine Nähe zu THE KILLS, THE RAVEONETTES, THE JESUS AND MARY CHAIN, SPACEMEN 3 und RIDE unterstellen. „Wild spaghetti west“ könnte auf dem Soundtrack von „Pulp Fiction“ zu finden sein. Ein Song, wie für die Filme von Quentin Tarantino gemacht. Mit diesen Songs und ihrer Optik wären die NEW CANDYS passend gewesen, um 1966 in Andy Warhols kurzlebigem Kunst-Nachtclub The Dom im East Village, New York vor der Hausband VELVET UNDERGROUND zu spielen. In „Cagehead“ lassen sie ihre stärkere Hinwendung zu Electronic aufleben. Kein Geringerer als Iggy Pop hatte sich auf BBC-Radio 6 zu lobenden Worten über die Band verleiten lassen: „Pretty good, pretty heavy. I don’t think anybody can outkink Italians. There are more and more kinky Italians around the music industry recently, that’s cool to me.“ Der Gesang von Mastermind Fernando Nuti hat mitunter feminine Züge und erinnert an Mark Gardener von RIDE, absolute Pioniere in Sachen Shoegaze. Dass Iggy Pop die Band mag, kann man sich bei einem Song wie „Regicide“ gut vorstellen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Markus Kolodziej