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NIGHT COMES DOWN

Bob Short

In 72 kurzen bis sehr kurzen Kapiteln, die sich wie Kurzgeschichten lesen, erzählt Bob Short (s)eine Reise hin zum Punk und darüber hinaus. Zeitlich springen die Kapital scheinbar wahllos hin und her. Die frühen Jahre spielen in Australien, wo er sich mit alltäglicher Gewalt und Polizeibrutalität herumschlagen muss, wo er in Form von Suzi Quatros „48 crash“ zufällig seine Liebe zu härteren Klängen entdeckt und später THE SAINTS live sieht. Seine Zeit im London der späten 1970er und frühen 1980er ist geprägt von Hausbesetzungen, Drogenmissbrauch, Paranoia, Armut und selbstauferlegtem Elend. In Kapitel 13 bringt er es auf den Punkt: „There were those who dressed as punks at the weekend. There were musicians who only dressed up for the show. There were kids who lived it each and every day. Then there was us. We’d fallen down the rabbit hole; more punk than punk.“ Man erfährt, wie es war, in besetzten und unbeheizten Krankenhäusern zu leben, immer in der Angst vor nächtlichen Überfällen betrunkener Skinheads oder brutaler Räumung durch die Behörden. Fenster und Türen vernagelt man sicherer, indem die Nägel in einem Winkel von 45 Grad eingeschlagen werden, denn schlägt man sie senkrecht ein, halten sie einem Tritt nicht stand. Viele Weggefährten aus der Hausbesetzerzeit sind den Drogen, dem Wahnsinn oder anderen Umständen zum Opfer gefallen. Bob Short weist immer wieder darauf hin, dass zumindest Teile dieses Buch nicht 100% so passiert sind wie dargestellt, sondern dass er hin und wieder die Fakten dehnt, er dabei aber immerhin eine Wahrheit erzählt, wenn auch nicht zwingend die seine. Ein (alp)traumhafter Ritt durch die dunklen Seiten des frühen Punk ist es allemal.

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