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NOMEANSNO

Wrong

1989 spielten NOMEANSNO aus Kanada im Rahmen ihrer zweiten Europatour auch ein Konzert im Bootleg in Augsburg, und so ziemlich jeder, der damals Punk und Hardcore hörte, hatte da gerade die Band aus Vancouver entdeckt. Ihr Debüt „Mama“ von 1982 kannte zwar niemand und es war nirgendwo zu bekommen, doch „Sex Mad“ von 1986 und „Small Parts Isolated And Destroyed“ (1988) waren als Europapressungen verfügbar und mit „Wrong“ hatten sie gerade ein neues Album am Start, erschienen wie der Vorgänger auf Alternative Tentacles. Das Konzert in Augsburg erlebte ich direkt vor Rob Wright und seinem Bass stehend und es ist mir bis heute als eines der intensivsten Live-Erlebnisse meines Lebens in Erinnerung geblieben. Wann und wie ich Rob an jenem Abend für Ox-Ausgabe #3 interviewte, kann ich nicht mehr rekonstruieren, das Interview liest sich aber auch heute noch erstaunlich spannend. Seit diesem Abend waren NOMEANSNO ein essenzieller Teil meiner Musikwelt, bis zur Auflösung 2016 folgten zig weitere Konzerte, und wenn ich eine Band nennen sollte, die ich unbedingt noch mal live erleben will, dann ist es diese. Über die Jahre hat es immer wieder Neuauflagen des Albums gegeben, zunächst auf Alternative Tentacles, aber dann muss es atmosphärische Störungen zwischen Biafra und den Wright-Brüdern gegeben haben, sie veröffentlichten auf ihrem eigenen Label Wrong Records, zuletzt gab es 2010 in Zusammenarbeit mit Southern Records aus UK eine Doppel-LP-Neuauflage mit Bonustracks. Nun sind NOMEANSNO zu AT zurückgekehrt und „Wrong“ erscheint dort als Rerelease ohne Bonustracks. Ehrlich gesagt hatte ich die Platte lange nicht mehr gehört, aber ewige Lieblingsbands und -platten erkennt man eben daran, dass man sie auflegt und zack, sind all die Erinnerungen wieder da. „The tower“ war immer einer meiner Lieblingssongs hier, „Tired of waiting“ auch, ebenso „Big dick“ und „Rags and bones“ und natürlich „Oh no! Bruno!“. Wir nannten diese für uns damals total neue Musik mit Hardcore-Power einerseits und halsbrecherischen Breaks andererseits sowie den extravaganten Call & Response-Vocals von Rob und John damals „Jazzcore“ und versuchten so die ungewöhnlich Rhythmik in Worte zu fassen. NOMEANSNO waren und sind einzigartig, und sogar ihre Platten (diese!) könnten helfen, Menschen, die sie nie live erleben konnten, heute noch damit zu infizieren. Eine der Platten (und Bands) für die Ewigkeit! Meine LP kommt in schwarzrotem Vinyl und mit Reproduktion des originalen Textblatts.

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