Foto

NYOS

Growl

Mit der Verwendung des üblichen Post-Rock-Vokabulars würde man sich im Falle von „Growl“ dem Gegenstand nicht annähern, sondern von ihm entfernen. NYOS führen ihre Entwicklung organisch fort, bewegen sich weiter von der Post-Rock-Systematik weg und gehen hinein in „labyrinthine loops and atmospheric layering“. Das Duo reiht eine Vielzahl von ideenreichen Takten aneinander und stapelt Gitarrenspuren übereinander. Es versammelt auf „Growl“ vom Rhythmus aktivierte Turbulenzen, die nicht gerade zum Tanz einladen, sondern eher als Medikament verordnet werden könnten, wenn das Herz zu regelmäßig schlägt. Die Finnen entfachen einen zwingenden, rhythmischen Strudel, der mit jeder Gitarrenspur von Tom Brooke an Akzentuierung gewinnt. Drummer Tuomas Kainulainen findet verblüffende Antworten auf die in jedem Moment aufgeräumten und fein säuberlich geschichteten Akkorde. Man liest andauernd über das Unverständnis darüber, dass eine Band eine Wucht erzeugt, für die unmöglich nur zwei Musiker:innen verantwortlich sein könnten. Bei NYOS verhält sich das anders, denn man versteht ziemlich genau, dass ihre Musik auf Schlagzeug und Gitarre basiert, inklusive Effektgeräte und ein Loop-Pedal, und die Klänge aus diesen beiden Quellen luftig ineinanderfließen und aufregende Musik erzeugen.

Anzeige