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DER ABGRUND DES VERGESSENS

Paco Roca, Rodrigo Terrasa

1936 putschten von General Francisco Franco angeführte rechte Militärs mit Unterstützung der faschistischen Regierungen des Deutschen Reichs und Italiens gegen die demokratisch gewählte Regierung der Spanischen Republik. Es folgte ein dreijähriger Bürgerkrieg, der auch nach seinem offiziellen Ende 1939 noch zahlreiche Opfer forderte. So setzt auch dieses Buch erst 1940 an und beschreibt die systematische Gefangennahme und Exekution politisch Andersdenkender während der frühen Jahre der Franco-Diktatur. Im Mittelpunkt steht dabei das Schicksal eines sozialistischen Bauern, der ohne Verfahren und ohne eigene Kampfbeteiligung zu Unrecht hingerichtet wurde – drei Monate nach seinem Tod wurde er offiziell begnadigt. Zwar wird hier das Leiden eines Unschuldigen in den Fokus gestellt, klar wird aber auch: In einem Krieg werden zwangsläufig beide Seiten zu Tätern, kein Kämpfender kann mit einer reinen Weste aus einem bewaffneten Konflikt hervorgehen. Szenarist Terresa zählt 50-60.000 zivile Opfer auf republikanischer und 110-130.000 auf franquistischer Seite auf. Erschreckend ist allerdings auch, wie lange es gedauert hat, bis den willkürlich in Massengräbern verscharrten Toten eine würdige Bestattung gewährt wurde. Das erste Interview mit Pepica Celda, der Tochter des hingerichteten Bauern, hat Terresa bereits 2013 geführt, also 73 Jahre nach der Tat und 36 Jahre nach Ende der faschistischen Diktatur – bis zur Exhumierung der Leiche ihres Vaters sollten weitere sechs Jahre vergehen. In zahlreichen Sprüngen zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzählen Paco Rocas klare, leicht düster bis grau eingefärbte Panels von diesem langen Kampf um Menschlichkeit und gegen das Vergessen.

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