
Bei diesem Quartett aus Potsdam spielt eine Orgel die tragende Rolle. Alle anderen Instrumente reihen sich dahinter ein. Gitarre, Bass und Schlagzeug. Dazu drei Stimmen, die sich ergänzen, abwechseln oder ins Wort fallen. Zwei Männer und zwei Frauen. Die Songs sind schnell, klirrend und irgendwie auch zappenduster. Verzweifelte deutsche Texte über Missverständnisse, Kindheitserinnerungen, Paradiesvögel oder den Fluss des Lebens runden das Bild ab. Melancholische Melodien für Millionen. Der Sound erinnert mich an Bands wie ISOLATION BERLIN oder MESSER. Post-Punk der neuesten Generation, poetische Texte, schwermütige Melodien. Viel Verletzlichkeit und Dinge, die aufgearbeitet werden müssen, aber auch eine ordentliche Portion Weltschmerz. Könnte auch gut in den Labelkatalog von La Pochette Surprise aus Hamburg passen. In den Songs ist viel Bewegung und viel Traurigkeit. Das Foto vom postmodernen Einfamilienhaus hinter dem tristen Gartenzaun auf dem Cover passt perfekt zur Atmosphäre der Songs. Davor ein perfekt gepflegter Vorgarten – in Potsdam vermutlich. Gemischt von Nikolaus Schwab (Tom Liwa, THE ANTIKAROSHI) bei Chaos Audio Productions. Die Band steht offenbar noch ziemlich am Anfang, es ist nicht viel im Netz zu finden über DÉRIVE. Klingt aber durchaus vielversprechend.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Wolfram Hanke