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PASTOR GERALD

Planet der Pfaffen

Horch, was schlägt da plötzlich in die hiesige Punkrock-Szene ein, kann ich da nur sagen ... Sängerin Maja klingt schwer nach den 1980er-Heldinnen Humpe oder Benjamin. Da wird sie bei den mächtig langen Textzeilen wie bei „Brotdose“ vor den Gigs nichts trinken dürfen, das ist wirklich eine Leistung, das auf die Musik zu packen. Erst dachte ich, hoffentlich geht mir das nicht gleich auf die Nerven, doch dem ist überhaupt nicht so. Die beiden Gitarristen sind für Punk fast schon überqualifiziert, deren Zusammenspiel, mal swingend leicht, mal mit der deftigen Keule, weiß als Erstes zu gefallen, neben Maja. Dazu kommen die Lyrics. „Timmendorfer Strand“ ist sagenhaft gelungen und das im Western & Country-Style die Platte zu früh beendende „Natural born Müllers“ lässt einen lachen und weinen zugleich. Ob „FDP hat Sexverbot“ oder „Karens“, das Quintett nutzt seine Antennen, um das hiesige Leben klug widerzuspiegeln. Bassist Tüte verfasst diese exorbitanten Texte, und so lässt er es sich nicht nehmen, selbst zweimal gehörig ins Mikro zu brüllen, ein toller Kontrast zu Maja und damit ein weiterer Pluspunkt. Wer meint, im Bereich deutschsprachiger Punk schon alles gehört zu haben, der versuche, bei PASTOR GERALD seine Absolution zu erhalten. Das ist die Platte der Ausgabe für mich.

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