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WE STOOD LIKE KINGS

Pinocchio

In Texten über instrumentale Musik – nie beim Techno, selten in der Klassik und fast immer im Post-Rock – heißt es regelmäßig, man solle sich einen Film vor dem inneren Auge vorstellen. Das ist natürlich ein billiger Trick, um die Musik spannender erscheinen zu lassen als sie ist. Das Schöne an der Post-Rock-Band WE STOOD LIKE KINGS ist, dass sie bereits existierende Stummfilme instrumental unterlegt hat. Die langwierige und anstrengende Arbeit, sich einen Film vorzustellen, hat bereits ein Regisseur übernommen. Nun gehen die Belgier einen anderen Weg: Auf dem Album „Pinocchio“ setzt sich das Quartett stimmungsvoll mit der Düsternis und der Gewalt dieses Märchens auseinander und vertont den Verrat und die Machtkämpfe, von denen die Erzählung durchdrungen ist. Die visuelle Ebene kommt dennoch nicht zu kurz, denn das Cartoonbase Studio kümmert sich um die Animationen für die Bühne, um die Musik und die Geschichte zu bebildern. Die ordnende Kraft des Pianos, die im Werk der Band immer eine herausragende Rolle gespielt hat, ist noch existent. Jedoch beschwören die Gitarrenriffs einen nie dagewesenen Sturm herauf, der nur noch notdürftig gesetzte Klaviertupfer erlaubt, aber keine eigenständigen und selbstbewussten Melodien mehr zulässt, da auch der Sound ungewohnt gewalttätig ist.

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