
Als ich 2018 DER PLAN in Düsseldorf live in Gestalt von Moritz Reichelt, Kurt „Pyrolator“ Dahlke und Frank Fenstermacher (FEHLFARBEN) zu Gesicht bekam, war ich doch etwas enttäuscht. Das waren sie also, die legendären und unberechenbaren Wegbereiter der Neuen Deutschen Welle, die auf ihrem eigenen Label neben dem Debütalbum von D.A.F. auch mit Andreas Doraus „Fred vom Jupiter“ einen der größten Hits der NDW veröffentlicht hatten. Selbst der anwesende Peter Hein quatschte lieber die ganze Zeit mit alten Bekannten angesichts des lauwarmen Auftritts einer Band, die nach einer experimentellen Frühphase zu einer irgendwie schrägen Mischung aus THE RESIDENTS und KRAFTWERK wurde, die ihr Publikum auf Platte immer extrem forderte – Easy Listening war das selten. Insofern steckt natürlich eine gewisse Ironie darin, dass die Band 45 Jahre nach ihrem Debütalbum „Geri Reig“ und der Single „Da vorne steht ne Ampel“ auf dem neuesten Album „Take It Easy!“ ausgerechnet im Easy-Listening-Gewand als Exotica-Lounge-Combo das eigene Schaffen aufgreift, inklusive schönem Tiki-Style-Artwork. Ingesamt 13 Stücke, darunter „Da vorne steht ne Ampel“, „Gefährliche Clowns“ vom Debüt, ihr Quasi-Hit „Gummitwist“ von 1983 oder „Alte Pizza“ vom ein Jahr später entstandenen Album „Japlan“. Wie überzeugend das langjährige Fans finden werden, lässt sich schwer beurteilen, rein musikalisch funktioniert diese verspielte Neuinterpretation des eigenen avantgardistischen Dada-Pop erstaunlich gut und findet eine gelungene Ausgewogenheit zwischen Eingängigkeit und schräger Unangepasstheit, mehr Helge Schneider als NDW.
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