
„Planet der Vampire“ erschien schon 2023 in der „Mario Bava Collection“ von Plaion in schön gestalteter Digipack-Verpackung als 3-Disc Set mit der italienischen Fassung auf UHD und normaler Blu-ray plus einer weiteren Blu-ray mit der US-Fassung und weiteren Extras, war aber nur exklusiv im Plaion-Shop erhältlich. Jetzt gibt es auch eine inhaltsgleiche Edition in einem anders gestalteten Mediabook. „Planet der Vampire“ vorausgegangen waren bei Plaion (als man noch Koch hieß) schon „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (1960), „Vampire gegen Herakles“ (1961), „Die drei Gesichter der Furcht“ (1963), „Die toten Augen des Dr. Dracula“ (1966), „Baron Blood“ (1972) und „Lisa und der Teufel“ (1973). Seinen stilvollsten und atmosphärischsten Film, „Die Stunde, wenn Dracula kommt“, drehte Bava, der zu den einflussreichsten europäischen Regisseuren der 1960er im Bereich Horrorfilm und Giallo gehörte, noch in Schwarz-Weiß, ein sehr eigenwilliger Vampirfilm, der aber nichts mit Dracula zu tun hatte. Vampire gibt es in „Planet der Vampire“ allerdings nicht (der Originaltitel lautet „Terrore Nello Spazio“, also „Terror im Weltraum“), denn bei den Untoten darin handelt es sich eher um Zombies, wie sie dann einige Jahre später auch in Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ auftauchten. Ähnlich wie schon bei „Vampire gegen Herakles“ verstand es Bava auf unnachahmliche Art, in einer künstlich wirkenden Studiokulisse durch seine ungewöhnliche Beleuchtung eine regelrecht surreale Atmosphäre zu schaffen, die in diesem Fall sehr gut mit der albtraumhaften Science-Fiction-Story korrespondiert. Was „Planet der Vampire“ neben seiner gestalterischen Qualität später zu einem Kultfilm machte, sind die offensichtlichen Parallelen zu „Alien“, auch wenn Ridley Scott und Co-Drehbuchautor Dan O’Bannon damals bestritten, Bavas Film zu kennen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Thomas Kerpen