
Das Stockholmer Quartett führt seine soundästhetische Linie mit bemerkenswerter Konsequenz fort. Um Sänger und Gitarrist Håkan Soold arbeitet eine eingespielte Formation, deren Stärke im präzisen Zusammenspiel beider Gitarren (Soold und Sideman Anders Sahlin ergänzen sich perfekt!) liegt. Die Songs basieren auf einem dichten Geflecht aus melodischem Jangle, kantigen Rhythmusfiguren und jener leicht psychedelischen Patina, die ihre Wurzeln gleichermaßen im New Yorker Underground wie im Paisley Punk hat. Einflüsse der PRISONERS sind dabei ebenso hörbar wie die melodische Americana-Sensibilität, die durch die Zusammenarbeit mit Chris Cacavas in den erweiterten Referenzraum des Paisley Underground weist. „Saturday night and sunday morning“ arbeitet mit einer stetig anschwellenden Dynamik: zunächst zurückhaltendes Picking, dann zunehmend verdichtete Gitarrenflächen, die schließlich in ein insistierendes Riff übergehen. Der Titeltrack „Keep it burning“ setzt stärker auf Rhythmus und Hook, ein treibendes Stück, in dem Bass und Schlagzeug eine federnde Grundlage liefern, über der sich die Gitarren in klar strukturierten Gegenlinien verschränken. Besonders aufschlussreich ist das instrumentale „The social loner“, das mit einer twangenden Leadfigur arbeitet, gespielt auf einem 6-String-Bass in der Tradition von Jet Harris. Die Produktion vermeidet bewusst digitale Glätte und setzt auf eine transparente, analoge Wärme, wodurch jede Instrumentenspur deutlich konturiert bleibt. So entsteht ein Album, das nicht auf Brüche setzt, sondern die Essenz jener Gitarrenmusik verdichtet, die von den Sixties über Paisley Underground bis zum skandinavischen Indie reicht und hier mit ruhiger Autorität weitergeführt wird.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #154 Februar/März 2021 und Kay Werner
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Kay Werner
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #71 April/Mai 2007 und Joachim Hiller