
Da war ich nach einem kurzen Blick ins Info gewaltig auf dem Holzweg, das steht mal fest. „Sludge Metal“ waren die beiden Schlagwörter, auf die mein Blick sofort gefallen ist, und ich habe das Info erst mal wieder zur Seite gelegt, in der Erwartung, ganz genau zu wissen, was nun kommt. Tja, und dann legt das belgische Trio auf einmal los mit hypnotischem Mantra-Gesang und fein zischelnder Tribal-Rhythmik sowie eher unterschwelligen denn alles niederwalzenden Gitarren-Drones und einem gewissen Ambient-Charme. Zweifellos also nicht das, was ich erwartet habe, sondern so unglaublich viel mehr. Selten zuvor habe ich eine Band gehört, die den gleichen Ansatz wie einst die mächtigen NEUROSIS verfolgt, ohne auch nur im Ansatz nach NEUROSIS zu klingen, den Hang zur Tribal-Rhythmik mal außen vor gelassen. Aus Belgien kommen POTHAMUS, genauer gesagt aus Mechelen, und wurden 2013 von Mattias M. Van Hulle, Michael Lombarts und Sam Coussens gegründet. Das macht fast zwölf Jahre, in denen die Band ihre musikalische Vision nun verfolgt. Fünf davon haben sie gebraucht, um „Abur“ fertigzustellen, wobei es nur logisch ist, dass solch eine klangliche Breite nicht mal eben so entstehen kann und daher Zeit braucht. Diese Platte ist gewaltig, sie ist intensiv und vor allem: sie ist so unglaublich anders!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Jens Kirsch
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #154 Februar/März 2021 und Joachim Hiller