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POWER VON DER EASTSIDE!: Jugendradio DT64 – Massenmedium und Massenbewegung

Heiko Hilker, Alexander Pehlemann, Andreas Ulrich, Jörg Wagner (Hg.)

„White riot“ in einem DDR-Radioprogramm? Dieser Song ist tatsächlich Opener für das THE CLASH-Spezial, am 22.05.1986 im „Parocktikum“ von Lutz Schramm auf DT64. Nur auf diesem Sender war es möglich, so einen Song, gespickt mit Infos und Fakten, zu hören. Wie für mich war DT64 für viele Jugendliche in der DDR das einzige Medium, das eine gewisse Akzeptanz hatte, das neue Wege ging, Themen und Musik ausstrahlte, die in anderen Medien ausgespart wurden. Ob im Gründungsjahr 1964 als „Jugendstudio“ oder ab 1986 als eigenständiger Sender und einzige Stimme der Subkultur, hat sich DT64 mit seinen Moderatoren:innen zu einem Phänomen in der Medienlandschaft der DDR entwickelt. Das Ende der DDR überlebte DT64 nur kurz und das nur durch einen Aufschrei der Hörer:innen, die die neue Freiheit so verstanden, dass sie ein demokratisches Mitspracherecht haben und mit hunderten Aktionen für den Erhalt des Senders kämpften. Aber weit gefehlt. Auch die Existenz von DT64 hing an den klassischen Markt- und Machtstrukturen und so wurde der Sender wie viele tausend andere Betriebe während der „Wende“ abgewickelt. Diese wahnwitzige Zeit wurde 1993 in einem Buch zum Jugendradio festgehalten, doch das war leider schnell vergriffen. Mit der vorliegenden in Text und Bild erweiterten Neuauflage wird diese lesenswerte Geschichte endlich wieder zugänglich. Es gewährt Einblicke in Medienstrukturen, Politik, Machenschaften und die Subkultur durch Beiträge von Jürgen Balitzki, Lutz Schramm, Marion Brasch, Kurt Biedenkopf und vielen anderen. Zahlreiche Fotos und Abbildungen runden die 384 Seiten ab.

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