So sehr ich es zu schätzen weiß, wenn Filmklassiker als restaurierte 4K-Fassungen veröffentlicht werden, so sehr bezweifele ich, dass man eine banale und stereotype Romcom wie „Pretty in Pink“, die „die Geschichte eines verliebten Teenager-Pärchens, das aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen stammt, erzählt“, wie es Wikipedia kurz und bündig auf den Punkt bringt, unbedingt auf diesem Medium braucht. Dass „Pretty in Pink“ trotz seiner inhaltlichen Verlogenheit (Sozialkitsch) und fehlenden Authentizität dennoch als Kultfilm dieser Zeit gehandelt wird, hat sicherlich auch mit dem Soundtrack zu tun, auf dem drei Songs von NEW ORDER zu hören sind, neben ECHO & THE BUNNYMEN, OMD und THE PSYCHEDELIC FURS mit zwei Versionen ihres titelgebenden Songs, der ursprünglich 1981 entstand, aber für den Film neu aufgenommen wurde und so auch 1986 auf dem Album „Midnight To Midnight“ landete. Tatsächlich war der Song die Inspirationsquelle für den Film, denn Hauptdarstellerin Molly Ringwald, die die Außenseiterin Andie aus einfachen Verhältnissen spielt, hatte John Hughes, in dessen „The Breakfast Club“ sie 1985 bereits mitgespielt hatte, gebeten, darauf basierend ein Drehbuch zu schreiben – Regie führte Debütant Howard Deutch. Zudem gab es hier wieder ein Stelldichein populärer Jungdarsteller wie Jon Cryer, der in der Serie „Two And A Half Men“ später deutlich mehr überzeugte, Andrew McCarthy, James Spader und in Nebenrollen Kristy Swanson und Gina Gershon. Die Verlogenheit der Geschichte, in der das arme Mädchen schließlich den reichen Typen (McCarthy) wählt, hatte aber nichts mit den Produzenten zu tun, denn das damalige Testpublikum lehnte das ursprüngliche Ende ab – dumm gelaufen für Jon Cryer. Ansonsten hatte Hughes mit „Ferris macht blau“ im selben Jahr einen deutlich besseren Film gedreht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Thomas Kerpen