
Seit 2000 gibt es die MEATBEATERS aus Adelaide, Australien schon – sie sind also aus einer Stadt, die etwas ins Hintertreffen geraten ist gegenüber Melbourne, Sydney und Brisbane. Bands von da scheinen es einfacher zu haben, auch mit der internationalen Bekanntheit. Fünf Alben haben die Fleischklopfer schon raus, 2004 kam das Debüt „Professional Boozers And Love Machines“, zuletzt 2018 „Sticky Jeans“. Stan Brock und Mick Morris waren einst Ende der 1980er bei IRON SHEIKS gewesen, an die sich vielleicht noch jemand erinnert. Mit MEATBEATERS gab es dann einen Neuanfang, doch groß Notiz nahm von ihrer Band speziell in Europe bislang nie jemand, in den letzten Jahren kam der Import von Platten aus Down Under preisbedingt ja fast zum Erliegen. Um so besser, dass nun Heavy Medication Records aus Warschau diese – der Titel verrät es fast – Quasi-Best-Of-Compilation veröffentlicht hat, die elf Nummern aus den Jahren 2009 bis 2018 versammelt und damit dazu einlädt, die Band endlich kennen zu lernen. Ich finde, es lohnt sich: Gitarrist Stan Brock ist mit seiner rauhen Stimme nah dran an der stimmlichen Klangfarbe von Lemmy, und musikalisch machen die MEATBEATERS auch keine Gefangenen. Wer einst die POWDER MONKEYS und heute noch COSMIC PSYCHOS feiert und C.O.F.F.I.N entdeckt hat, ist hier goldrichtig. Rougher Aussie-Rock mit Rowdy-Attitüde und dem Extra-Twist MOTÖRHEAD. Mir schmeckt das, trotz des fleischlastigen Artworks.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Joachim Hiller