
Micky Matschkopf ist der „nom de guerre“, den sich Michael „Meikel“ Clauss im Düsseldorf der späten 1970er zulegte, weil so was damals einfach zum „guten Ton“ gehörte in der Punk-Szene. Clauss wurde 1980 Gitarrist der Düsseldorfer Ur-Punkband DER KFC um Tommi Stumpff, doch ein Jahr später war seine Karriere als Aggro-Punk schon wieder vorbei und zusammen mit dem Ex-KFC-Drummer Tobias Brink, Bassist Christopher Scarbeck und Sängerin Andrea Mothes gründete er NICHTS. Die erfreuten sich im aufkeimenden NDW-Zirkus bald recht großer Beliebtheit, auch wenn die Band mit ihrem Punk-Background damit eigentlich nichts zu tun haben wollte. 1982 stieg Clauss bei NICHTS aus (und gründete die Band 2009 neu) und startete die auch international erfolgreichen BELFEGORE (1982 bis 1985). In seiner Autobiografie, die Meikel zusammen mit Klaus Marschall geschrieben hat, erzählt er sehr unverblümt aus seiner Kindheit und Jugend („Bankierssohn“ klingt sehr viel besser als die Realität ...), von Irrungen und Findungen: die Musik, Drogen, Punk! Wer Meikel mal getroffen, der weiß, dass er ein sehr meinungsstarker und auch impulsiver Mensch ist, und seine Erzählungen über sein Leben in der Musikszene werden vielfach sehr deutlich, sind aber auch ehrlich und selbstkritisch. Was er hier berichtet, ist eine, seine Geschichte der Düsseldorfer Punk-Szene rund um den Ratinger Hof – ein spannender Zeitzeugenbericht mit Bezügen bis in die Gegenwart, zur aktuellen Geschichte von NICHTS, die Anfang 2025 ein neues Album veröffentlichten. Worauf Clauss nicht oder kaum eingeht, ist sein Leben abseits der Musik, wo er seit vielen Jahren im Bereich der Naturheilkunde tätig ist: das mit dem „Buddhist“ im Buchtitel kommt nicht von ungefähr.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Joachim Hiller