
Nicht überall, wo Punk draufsteht, ist auch Punk drin. Das wissen nicht nur Leser der Zeitschrift Business Punk. Im Fall von Eckart Nickel steht Punk eher für ein Gefühl von Freiheit, Chaos und Kreativität. Der Inhalt ist schnell erzählt: Eine junge Frau namens Karen sucht ein WG-Zimmer und findet Musik. Überall in der Wohnung stolpert sie über Bands wie THE SMITHS, BEATLES oder BELLE & SEBASTIAN. Zusammen mit zwei Musiknerds namens Ezra und Lambert soll sie nicht nur wohnen, sondern auch in einer Band namens PUNK spielen. Zwei Jungs, die mehr über Musik reden, als sie selbst zu machen. Karen kann gut Klavier spielen, vor allem Mozart oder Chopin, mit ihren neuen Mitbewohnern entdeckt sie schnell die Welt der drei Akkorde. Die Instrumente liegen schon in einer Vitrine bereit. Sie wollen sogar an einem Wettbewerb teilnehmen und machen in der Badewanne Fotos fürs erste Album. Das Trio kämpft damit gegen die Monotonie des Alltags an, den weißen Lärm. Eckart Nickel ist ein penibler Beobachter. Er zeichnet seine Figuren mit hoher Präzision und legt Wert auf jedes Detail. Und er packt in seine Erzählung jede Menge Zitate und Querverweise auf die Musikwelt. Das macht Leuten, die sich damit auskennen, sicher Spaß. Allen anderen stehen viele Fragezeichen auf der Stirn. Im Buch geht es eher um die Theorie hinter Punk, die Nonkonformität und die Selbstermächtigung. Eckart Nickel hat sich in den 1990ern als Pop-Literat einen Namen gemacht, für das Zeitgeistmagazin Tempo gearbeitet und zusammen mit dem Schweizer Schriftsteller Christian Kracht das Magazin Der Freund herausgegeben. Ein akkurat gekleideter Schriftsteller mit Nickelbrille und zurückgegeltem Haar.
© by - Ausgabe # und 30. Juli 2021
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© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Wolfram Hanke