
Drittes Album der Berliner, wie die beiden Vorgänger rein instrumental und trotzdem wieder einmal überraschend unerwartet. Während die noisige Note auf den beiden Vorgängern noch wesentlich präsenter war, geht es auf „Purpur“ durchweg psychedelisch-krautrockig zu. Da kommen schon deutliche TANGERINE DREAM-Vibes auf, allerdings erkennbar modernisiert und noch immer mit derbe mahlenden stone-igen Riffs, es wird nicht nur Altbekanntes wiedergekäut. Episch sphärische Synthies treffen auf surfige Glitzergitarren, die ihre angenehm fragilen frisch-süßen Melodien geschickt auf einer immer unterschwellig mitschwingenden Grundhärte aufschichten. Das passiert also, wenn sich (Ex-)Mitglieder von MUFF POTTER, THE OCEAN und HEADS langfristig zu einer Band zusammenraufen und von Kjetil Nernes (ÅRABROT) bis Fabian Bremer (RADARE) diverse Gastmusiker um sich scharen, erstaunlich genial. Und, wie der geneigte ZAHN-Jünger schon weiß, gibt es das physisch nicht nur als CD und schwarze Standard-LP, sondern auch in diversen weirden Vinyl-Auflagen: Zu haben sind 150 mal Kir Royal mit 60 × 90-Poster und 0.71-Gitarrenplektrum, 20 mal Mango Glow und 20 Testpressungen im hübschen, signierten Purpur-Cover. Wer es ganz auf die Spitze treiben will, kauft sich mit der für ZAHN customdesignten Purpur-Ratte noch das passende Distortion-Effektpedal. Schön auf jeder Ebene.
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