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RACKET - BEI ANRUF MORD

Während Giuseppe Tornatores hervorragendes Gangster-Epos „Der Professor“ in Christian Keßler Buch „Bleigewitter über Cinecittà“ über das italienische Gangster-Kino aufgrund des Produktionsjahrs keine Erwähnung fand, wird Enzo G. Castellaris „Racket“ („Il Grande Racket“, also „der große Betrug“) darin ausgiebig gewürdigt. Auf Video und im Kino war er um einige Minuten gekürzt, dennoch erfolgte 1985 eine Indizierung des ziemlich ruppigen Streifens. Eine Listenstreichung der BzKJ ist anscheinend noch nicht erfolgt, dennoch erschien der Film jetzt mit „FSK ab 18“-Freigabe ungeschnitten auf DVD und Blu-ray und wird überall angeboten. Castellari, der zahlreiche Filme im Bereich Poliziottesco und Italowestern drehte, ist vielleicht nicht der virtuoseste Regisseur aller Zeiten, aber ein solider Handwerker, der seinen Filmen immer eine besondere Qualität verleihen konnte. In vielen Filmen arbeitete er mit Django-Darsteller Franco Nero zusammen, in „Racket“, ebenso wie in „Dealer Connection – Die Straße des Heroins“, übernahm mit Fabio Testi ein anderer ikonischer Darsteller des italienischen Genrekinos die Hauptrolle. Testi spielt darin einen unbestechlichen Inspektor, der erfolglos versucht, mit legalen Methoden der Mafia das Handwerk zu legen, die bei der Erpressung von Schutzgeld immer brutaler vorgeht. Die dafür verantwortliche psychopathische Gang von Ganoven scheint ein wenig der Jugendbande in „Uhrwerk Orange“ nachempfunden zu sein. In Folge wird aus dem konventionellen Polizeifilm ein brutales Selbstjustiz-Spektakel mit fadenscheiniger Gesellschaftskritik. Denn der Inspektor schart in „Das dreckige Dutzend“-Manier eine reichlich verwegene Gruppe um sich, die aus unterschiedlichen Motiven mit den Ganoven abrechnen will, was in einem beeindruckend exzessiven Showdown gipfelt.

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