
Viele Informationen über dieses französische Trio findet man nicht, vielleicht auch nicht weiter verwunderlich, denn gegründet wurden RAVAGE erst 2024 und haben auch bisher nicht mehr aufgenommen als diese vier auf CD und LP erschienenen Stücke. Amüsanterweise gibt es alleine drei Metal-Kapellen mit diesem Namen, eine sogar aus Frankreich. Drummer und Multi-Instrumentalist Anthony Laguerre war allerdings schon zuvor bei anderen Projekten in Erscheinung getreten, zudem hat er das Label Serotine gegründet, wo auch das Debüt von RAVAGE erschien. Zu Beginn beim kantigen „Demon lover“ könnte man noch meinen, es mit einer Art Instrumental-Noiserock zu tun zu haben, bei den drei weiteren Tracks wird dann deutlicher, wo die Reise bei RAVAGE hingeht, die auf Bass und Gitarre verzichten, dafür aber mit zwei Violinisten aufwarten. Das erinnert musikalisch stark an die Australier DIRTY THREE, wo der Violinist und Nick Cave-Buddy Warren Ellis im Mittelpunkt steht, auch wenn Mick Turner dort noch Bass und Gitarre bedient. Dennoch hat man bei RAVAGE nicht das Gefühl, dass irgendwas fehlen würde. Denn die beiden Violinisten erzeugen eine extrem vielschichtige Soundkulisse, bei der auch der hohe Improvisationscharakter der Kompositionen nicht weiter ins Gewicht fällt, wodurch RAVAGE immer fokussiert und tight klingen und vor allem niemals langweilig oder beliebig.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Thomas Kerpen