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RESIDENTS

American Composers Series 1982-1987

In diesem Heft war schon häufiger etwas über diese ab 1973 unter dem Namen THE RESIDENTS aktive Combo zu lesen, die für ihre Augapfel-Masken bekannt ist und es bis heute geschafft hat, weitestgehend zu verschleiern, wer hinter dieser Maskierung steckte. Insofern weiß man ungefähr, was einen musikalisch bei THE RESIDENTS erwartet. Oder auch nicht, denn deren Platten verweigerten sich in der Regel konventionellen Hörgewohnheiten, auch wenn 1980 eine ihrer zahlreichen Veröffentlichungen ironischerweise „Commercial Album“ hieß. THE RESIDENTS sind eine der seltsamsten Bands der Musikgeschichte und auch nicht für jeden gleichermaßen geeignet, auch wenn sie mit „Diskomo“, ihrer eigenwilligen Idee von Disco, 1980 sogar mal so eine Art Hit hatten. Dass allein seltsam zu sein, zum Überleben im Musikgeschäft nicht ausreicht, mussten THE RESIDENTS Anfang der 1980er Jahre erfahren, als sie nach ihren aufwändigen Shows zum Album „Mark Of The Mole“ (1981) quasi pleite waren und ihr Label Ralph Records vor dem Aus stand. Also besann man sich auf etwas, das schon vorher ganz gut geklappt hatte, nämlich die Dekonstruktion von Bekanntem wie auf ihrem zweiten Album „The Third Reich ’n Roll“ von 1976, wodurch sie quasi zu Vorreitern von Sampling wurden. 1984 und 1986 entstanden dann „George & James“ und „Stars & Hank Forever!“, die Teil einer American Composers-Serie sein sollten, die aber dann wieder eingestellt wurde, da die RESIDENTS lizenzrechtlich auf zu viel Gegenwind stießen. Beide Alben erschienen jetzt zusammen als 3Disc-Edition mit informativen Linernotes, versehen mit Bonustracks und einer dritten Disc, die bisher unveröffentlichte Stücke enthält, darunter drei Sun Ra-Coverversionen, die für einen dritten Teil gedacht waren. Auf den beiden ersten Teilen nahmen sich THE RESIDENTS James Brown, George Gershwin, Hank Williams und John Philip Sousa vor, die einer avantgardistischen Minimal-Elektronik-Behandlung unterzogen wurden, die mit ihrer oft bizarren karnevalesken Stimmung mal mehr, mal weniger songorientiert war. Nichts für zwischendurch, aber wie meist bei den frühen RESIDENTS eine faszinierende Hörerfahrung, inklusive eines weiteren Quasi-Hits namens „Kaw-Liga“, für den man sich die charakteristische Bassline von Michael Jacksons „Billie Jean“ auslieh.

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