
Vor zwei Jahren erschien im Ventil Verlag mit „Omniverse“ ein Buch über das Schaffen des finnischen Komponisten und Multi-Instrumentalisten. Das war allerdings keine typische Musikerbiografie, sondern eine Sammlung kommentierter Fotos, die aber dennoch Einblicke in dessen Biografie ermöglichte. Schon zuvor war Tenors Schaffen bei Bureau B durch zwei Veröffentlichungen gewürdigt worden, neben einem dort erschienenen neuen Album namens „Multiversum“. Bei Bureau B wurde jetzt auch Tenors Solo-Debütalbum „Sähkömies“ von 1994 auf CD und LP neu aufgelegt (unter dem Namen JIMI TENOR AND HIS SHAMANS produzierte er Ende der 1980er Jahre vor seiner Solo-Karriere eher Industrial-artige Klänge), das dann 1999 vom renommierten britischen Elektronik-Label Warped wiederveröffentlicht wurde, wo in Folge auch andere Tenor-Platten erschienen. „Sähkömies“ ist die finnische Entsprechung für „Elektriker“, was Tenors selbstironischen Umgang mit seiner Musik gut widerspiegelt, der auf seinen Platten einen interessanten Spacepop-Jazz-Soul-Funk-Hybriden kreiert, der auf dem Debüt noch ziemlich minimalistisch und experimentell daherkommt, aber mit „Take me baby“ durchaus auch einen echten Hit enthält. Tenors generelle Vielseitigkeit als Musiker und verspielter Soundtüftler ist hier schon voll ausgebildet und sein wie schon gesagt recht selbstironischer Blick auf Dancefloor Culture mit Anleihen bei Jazz, Easy Listening und Filmmusik ist zudem gut gealtert und besitzt nach wie vor hohen Unterhaltungswert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #155 April/Mai 2021 und Thomas Kerpen
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