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SCHWINDEL

Tod dem Diktator

Eine Band aus Berlin, die klingt wie eine Band aus Hamburg. Rauher, ungeschliffener Diskurs-Punk mit dystopischem Unterton. Auferstanden aus den Trümmern der Band GROW GROW haben sich Martin (gt, voc), Dan (bs) und Karl (dr) zu einem neuen Power-Trio zusammengerauft. Der Sound ist krachig, schnörkellos, hektisch und dissonant. Wütendes Geschrei ist unterlegt mit lärmigen Passagen. Dazwischen fast schon Erzählungen im Telegramm-Stil. Achterbahn der Gefühle. Die Stimme von Martin erinnert sehr an Jens Rachut, deshalb sind Vergleiche mit Bands wie OMA HANS, PASCOW oder TURBOSTAAT nicht von der Hand zu weisen. Finstere Visionen, düstere Vorahnungen und harter Realismus kennzeichnen die Texte. Wie ein Spiegel dieser Tage. Schlechte Laune wird gratis mitgeliefert. Der spröde Charme der ehemaligen Mauerstadt. Zwischendurch gibt es aber auch Poesie. In den Song „Felsen“ ist das Gedicht „Lösch mir die Augen aus“ von Rainer Maria Rilke eingebaut. Auch Punkrock ist Zitatkunst. „Tod dem Diktator“ ist das zweite Album der Berliner nach „Liebe Not“ (2023). Geht steil nach oben. Aufgenommen und gemischt von Role Wiegner in der Tonmeisterei Oldenburg. Bald auf Tour mit BLASKE? Könnte gut passen, das sind ebenfalls Berliner auf den Spuren von Jens Rachut.

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